Bei einer PC-Anwendung sind eine starke Infrastruktur und korrekt laufender Code oft nur die halbe Arbeit. Wer die Anwendung den ganzen Tag nutzt, sieht nicht den Code, sondern den Bildschirm; wie schnell und fehlerfrei jemand einen Vorgang abschließen kann, hängt in hohem Maße davon ab, wie die Oberfläche gestaltet ist. Die Benutzeroberfläche (UI) und die Benutzererfahrung (UX) sind daher Ingenieurthemen, die ebenso ernst genommen werden müssen wie die technische Infrastruktur. Wie leistungsfähig eine Anwendung ist, hat nur in dem Maße Wert, in dem der Nutzer bequem auf diese Fähigkeiten zugreifen kann.
Warum reicht gut funktionierender Code allein nicht aus?
Selbst eine im Hintergrund fehlerfrei laufende Anwendung kann durch eine Oberfläche, die die Arbeit des Nutzers verlangsamt, ineffizient werden. Komplizierte Menüs, überflüssige Bildschirme und unordentlich platzierte Schaltflächen führen dazu, dass der Nutzer Mühe hat zu finden, welchen Schritt er ausführen soll, und Fehlklicks macht. Solche Fehler entstehen meist nicht durch die Unachtsamkeit des Nutzers, sondern dadurch, dass die Oberfläche ihn nicht richtig leitet.
Besonders bei intensiv genutzten Anwendungen, bei denen ein Vorgang im Laufe des Tages dutzende Male wiederholt wird, summieren sich die pro Bildschirm verlorenen wenigen Sekunden zu einem erheblichen Zeitverlust. Ein zusätzlich zu klickendes Bestätigungsfenster auf einem Dateneingabebildschirm oder eine schwer auffindbare Schaltfläche auf einem Berichtsbildschirm erscheint für sich genommen klein; wenn derselbe Vorgang jedoch im Laufe des Tages viele Male wiederholt wird, summieren sich diese kleinen Reibungen. Deshalb muss es eines der grundlegenden Ziele des Designs sein, dass der Nutzer die am häufigsten benötigten Vorgänge auf dem kürzesten Weg erreichen kann.
Außerdem lässt eine schlecht gestaltete Oberfläche nicht nur Zeit, sondern auch Vertrauen verlieren. Wenn der Nutzer nicht sicher sein kann, ob sein Vorgang wirklich gespeichert wurde, wiederholt er denselben Schritt oder bricht den Vorgang mittendrin ab. Eine Oberfläche, die eine klare Rückmeldung gibt, sorgt hingegen dafür, dass der Nutzer bei jedem Schritt versteht, was er tut und was das Ergebnis ist. Dass ein abgeschlossener Vorgang deutlich angezeigt und im Fehlerfall dessen Ursache verständlich dargestellt wird, ermöglicht es dem Nutzer, die Anwendung ohne Besorgnis zu nutzen.
Die Grundprinzipien einer guten Oberfläche
Einfachheit: Auf dem Bildschirm sollten nur die im Moment nötigen Informationen und Vorgänge vorhanden sein; überflüssige Optionen sollten die Konzentration des Nutzers nicht stören. Selten genutzte Funktionen können in den Hintergrund gestellt werden, anstatt den Hauptbildschirm zu füllen.
Lesbarkeit: Eine ausgewogene Verwendung von Schriftgröße, Kontrast und Abständen ermöglicht ein schnelles Erfassen der Information. Überladene Bildschirme können selbst die wichtigste Information verbergen; das Gruppieren der Informationen und ihre Anordnung nach Wichtigkeit erleichtern es dem Auge, an die richtige Stelle zu gelangen.
Konsistenz: Dieselbe Funktion sollte auf jedem Bildschirm am selben Ort, mit demselben Symbol und derselben Farbe angeboten werden. Eine konsistente Struktur sorgt dafür, dass der Nutzer die Anwendung, nachdem er sie einmal gelernt hat, überall mit derselben Logik nutzen kann, und verhindert, dass er sich selbst auf neuen Bildschirmen verloren fühlt.
Bedienkomfort: Häufig ausgeführte Vorgänge sollten mit wenigen Schritten abgeschlossen werden können, und im Falle eines Fehlers sollte der Nutzer mit verständlichen Hinweisen in die richtige Richtung geleitet werden. Eine gute Oberfläche meldet den Fehler nicht nur, sie zeigt auch, wie er zu beheben ist.
Anpassung an verschiedene Bildschirme und Auflösungen
Eine PC-Anwendung kann auf Bildschirmen unterschiedlicher Größe und Auflösung genutzt werden. Eine mit festen Maßen gestaltete Oberfläche kann auf einem kleinen Bildschirm überlaufen oder auf einem großen Bildschirm leer und unausgewogen wirken. Auf manchen Bildschirmen können Schaltflächen unerreichbar werden, auf manchen Bildschirmen können Texte unlesbar klein werden. Deshalb muss die Oberfläche so gestaltet werden, dass die Komponenten auch bei einer Änderung der Fenstergröße lesbar und erreichbar bleiben. Dieser Ansatz erhält sowohl den Bedienkomfort als auch die reibungslose Funktion derselben Anwendung an verschiedenen Arbeitsplätzen.
Durch Tests und Rückmeldung reifendes Design
Eine Oberfläche reift nicht mit ihrem ersten Entwurf, sondern indem sie in den Händen echter Nutzer erprobt wird. Ein für den Entwickler klar erscheinender Ablauf kann für einen Nutzer, der die Anwendung zum ersten Mal sieht, kompliziert sein. Deshalb ist es wichtig, die Oberfläche mit der Rückmeldung derjenigen zu überprüfen, die die Anwendung tatsächlich nutzen werden. Wenn beobachtet wird, an welchem Bildschirm sie hängenbleiben, welche Schaltfläche sie suchen und welchen Schritt sie falsch verstehen, kann das Design auf Grundlage konkreter Daten verbessert werden.
Diese Verbesserung ist auch keine einmalige Arbeit. Da der Anwendung neue Funktionen hinzugefügt werden, muss die Oberfläche regelmäßig überprüft werden, um ihre Einfachheit und Konsistenz zu bewahren. Andernfalls macht jede mit der Zeit hinzugefügte neue Funktion den Bildschirm ein wenig komplizierter, und die anfängliche Einfachheit geht allmählich verloren.
Die konkreten Erträge eines guten Designs
Eine richtig gestaltete Benutzeroberfläche erleichtert sowohl das Erlernen als auch die tägliche Nutzung der Anwendung unmittelbar:
- Neue Nutzer lernen die Anwendung in kürzerer Zeit, der Schulungsbedarf sinkt.
- Da häufig ausgeführte Vorgänge mit weniger Schritten abgeschlossen werden, beschleunigt sich der tägliche Arbeitsablauf.
- Durch verständliche Führung und eine konsistente Struktur verringern sich Nutzerfehler.
- Durch klare Rückmeldung ist der Nutzer sich des Ergebnisses seines Vorgangs sicher.
- Das Vertrauen des Nutzers in die Anwendung steigt, das System hinterlässt einen professionelleren Eindruck.
Kurz gesagt ist die Benutzeroberfläche nicht nur die sichtbare Seite einer PC-Anwendung, sondern eines der Elemente, die ihre Effizienz bestimmen. Das gemeinsame Konzipieren einer gut gestalteten Oberfläche mit einer soliden Infrastruktur sorgt dafür, dass die Anwendung schneller gelernt, effizienter genutzt und Fehler auf ein Minimum reduziert werden. Deshalb sollte das Oberflächendesign nicht als am Projektende hinzugefügtes Detail, sondern als Ingenieurentscheidung behandelt werden, die von Beginn der Entwicklung an bedacht werden muss.
Verwandte Leistungen: Software & PC-Anwendungen, Webdesign & Software, Systemintegration
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