Das langsame Laden einer Website beeinflusst nicht nur das Nutzererlebnis, sondern auch die Suchmaschinen-Platzierung und die Konversionsraten unmittelbar. Wenn der Besucher die Seite in den ersten Sekunden nicht sehen kann, kehrt er meist um. Die Langsamkeit tritt manchmal auf der gesamten Website auf, manchmal nur auf bestimmten Seiten. Mal lädt die Website auf dem Desktop schnell, wird aber über eine mobile Verbindung deutlich langsamer; mal kommt es nur auf datenintensiven Seiten wie Produktlisten oder der Suche zu Verzögerungen. Diese Unterschiede sind kein Zufall und jeder von ihnen weist auf eine andere Ursache hin. Für die richtige Lösung muss man zunächst feststellen, in welcher Phase die Langsamkeit entsteht.
Wo entsteht die Langsamkeit?
Beim Laden einer Seite gibt es drei Phasen: das Eintreffen der ersten Antwort des Servers beim Browser, das Herunterladen der Dateien (HTML, CSS, JavaScript, Bilder) und deren Verarbeitung sowie Darstellung auf dem Bildschirm. Die Langsamkeit kann in jeder dieser Phasen auftreten, und auch die Lösung unterscheidet sich je nach Phase.
Server-Antwortzeit (TTFB): Wenn nach dem Absenden der Anfrage durch den Browser das Eintreffen des ersten Bytes lange dauert, liegt das Problem auf der Serverseite; langsame Datenbankabfragen, schwer laufender Code oder unzureichende Ressourcen führen dazu.
Herunterladen der Dateien: Selbst wenn die erste Antwort schnell eintrifft, verlängern große Bilder und eine hohe Anzahl von Dateien die Downloadzeit.
Verarbeitung: Wenn der Browser nach dem Herunterladen der Dateien sehr viel JavaScript und CSS verarbeiten muss, erscheint die Seite verspätet.
Die häufigsten Ursachen
In der Praxis stecken hinter der Langsamkeit meist mehrere Ursachen gleichzeitig:
- Große und nicht optimierte Bilder: Hinter einem auf dem Bildschirm klein erscheinenden Bild können sich Megabyte an Daten verbergen. Bilder machen auf den meisten Websites den größten Anteil am gesamten Seitengewicht aus.
- Überflüssiges JavaScript und CSS: Ungenutzter Code, mehrere Bibliotheken und nicht zusammengeführte Dateien verlangsamen sowohl das Herunterladen als auch die Verarbeitung.
- Langsame Server-Antwortzeit: Unzureichende Hosting-Ressourcen oder nicht optimierter Code erhöhen den TTFB.
- Zu viele und schwere Plugins: Jedes aktive Plugin fügt seine eigenen Dateien und Datenbankabfragen hinzu; viele davon laufen auf jeder Seite unnötig.
- Langsame Datenbankabfragen: Abfragen ohne Index oder ineffiziente Abfragen verlängern die Antwortzeit besonders mit steigender Produktanzahl deutlich.
- Falsche oder fehlende Cache-Konfiguration: Wird die Seite bei jeder Anfrage von Grund auf neu erzeugt, belastet das den Server unnötig.
- Zahlreiche HTTP-Anfragen: Dutzende einzeln geladener Dateien bedeuten für jede zusätzliche Verbindungszeit.
Feststellen, in welcher Phase das Problem liegt
Bevor man zur Lösung übergeht, muss gemessen werden. Der Netzwerk-Tab (Network) in den Entwicklerwerkzeugen des Browsers zeigt, welche Datei in welcher Zeit heruntergeladen wurde und wann die erste Antwort (TTFB) eintraf. So lässt sich abgrenzen, ob das Problem am Server, an den Dateigrößen oder in der Verarbeitung liegt. Wenn nur bestimmte Seiten langsam sind, müssen die für diese Seiten spezifischen Abfragen, Plugins oder Bilder untersucht werden.
Bei der Messung ist es außerdem wichtig, sich nicht auf einen einzigen Versuch zu verlassen. Zwischen dem ersten Laden und dem Laden nach gefülltem Cache kann ein großer Unterschied bestehen; um die tatsächliche Situation zu sehen, müssen sowohl Szenarien ohne als auch mit Cache sowie verschiedene Netzwerkgeschwindigkeiten getestet werden. Das Gesamtgewicht einer Seite, die Anzahl der ausgeführten Anfragen und welche die am längsten dauernde Anfrage ist, werden notiert. Eine Optimierung ohne diese Daten bedeutet meist, an der falschen Stelle Mühe zu verschwenden; der größte Gewinn stammt in der Regel aus der Korrektur einer einzigen schwersten Ressource.
Lösungsmethoden
Die Langsamkeit wird in der Regel nicht durch einen einzigen Eingriff, sondern Schritt für Schritt behoben:
- Bildoptimierung: Bilder werden in moderne Formate wie WebP umgewandelt, auf die Größe skaliert, in der sie dargestellt werden, und in eine Struktur überführt, bei der sie erst geladen werden, wenn sie auf dem Bildschirm erscheinen (lazy-load).
- Verkleinerung von JavaScript und CSS: Dateien werden komprimiert (minify), überflüssiger Code entfernt und möglichst zusammengeführt, um die Anzahl der Anfragen zu verringern.
- Plugin-Bereinigung: Ungenutzte Plugins werden entfernt, funktional schwere durch leichte Alternativen ersetzt.
- Richtige Cache-Einrichtung: Für selten geändernde Seiten wird der Seiten-Cache serverseitig und im Browser mit den richtigen Laufzeiten konfiguriert.
- Datenbankoptimierung: Langsame Abfragen werden ermittelt, passende Indizes hinzugefügt und unnötige Datenansammlungen bereinigt.
- Verringerung der HTTP-Anfragen: Dateien werden zusammengeführt, überflüssige externe Ressourcen entfernt und wirklich nicht benötigte Anfragen vermieden.
- Einsatz eines CDN: Statische Dateien werden von geografisch verteilten Servern ausgeliefert und dem Nutzer vom nächstgelegenen Punkt zugestellt; dies verkürzt für entfernte Besucher die Downloadzeit.
Den Gewinn dauerhaft machen
Dass eine einmal beschleunigte Website mit der Zeit wieder langsamer wird, kommt häufig vor. Wenn neu hinzugefügte Bilder ohne Optimierung hochgeladen werden, zwischenzeitlich neue Plugins hinzukommen oder die Datenbank mit der Zeit wächst, kehren die alten Probleme zurück. Deshalb ist Performance kein einmaliger Eingriff, sondern eine Aufgabe, die Kontinuität erfordert. Als Teil des Ablaufs beim Hinzufügen von Inhalten das Vorbereiten der Bilder im richtigen Format und in der richtigen Größe, das Hinterfragen, ob ein neues Plugin wirklich nötig ist, bevor es hinzugefügt wird, und das Wiederholen der Messung in bestimmten Abständen sichern den Erhalt der gewonnenen Geschwindigkeit.
Website-Performance ist eine auf Messung beruhende Ingenieurarbeit. Zuerst wird festgestellt, in welcher Phase die Langsamkeit entsteht, anschließend werden die für diese Phase geeigneten Methoden angewendet und das Ergebnis durch erneute Messung überprüft. Mit diesem Ansatz lassen sich sowohl die allgemeine Langsamkeit der gesamten Website als auch die Verzögerungen auf bestimmten Seiten dauerhaft beheben.
Verwandte Leistungen: Webdesign & Software, Datenbank & Datenverwaltung, Systemintegration
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