Das Kontaktformular auf einer Website ist für die meisten Unternehmen der wichtigste zum Kunden geöffnete Kanal. Der Besucher füllt das Formular aus, sendet es ab und sieht auf dem Bildschirm den Hinweis „Ihre Nachricht wurde gesendet”; im E-Mail-Postfach kommt jedoch nichts an. Diese Situation ist heimtückisch, weil auf der Nutzerseite alles in Ordnung scheint und verlorene Nachrichten sich unbemerkt anhäufen. Meist tritt das Problem erst zutage, wenn ein Kunde sagt „Ich habe das Formular ausgefüllt, aber keine Rückmeldung erhalten”, und bis zu diesem Moment ist unbekannt, wie viele Gelegenheiten entgangen sind. Die Ursache des Problems liegt fast immer nicht im Formular selbst, sondern in der Versandphase der E-Mail.
Warum ist es irreführend, dass das Formular „erfolgreich” meldet?
Die meisten Kontaktformulare vermischen zwei getrennte Aufgaben: das Formular zu speichern und die E-Mail zu versenden. Wenn die Formulardaten empfangen werden, wird auf dem Bildschirm eine Erfolgsmeldung ausgegeben; der E-Mail-Versand wird jedoch anschließend ausgelöst, meist ohne dass sein Ergebnis geprüft wird. Selbst wenn die E-Mail lautlos fehlschlägt, sieht der Nutzer weiterhin die Erfolgsmeldung. Das heißt: Der Hinweis „gesendet” zeigt nicht, dass die Nachricht angekommen ist, sondern nur, dass das Formular verarbeitet wurde.
Die gefährlichste Seite dieses lautlosen Fehlschlags ist, dass er lange unbemerkt bleibt. Bei der Einrichtung der Website mag eine Test-E-Mail angekommen sein; mit der Zeit kann der Versand jedoch durch Änderungen der Hosting-Einstellungen, die Aktualisierung von Domain-Einträgen oder eine Richtlinienänderung des Mail-Anbieters lautlos stoppen. Da sich das sichtbare Verhalten des Formulars nie ändert, kann das Problem monatelang bestehen. Deshalb besteht die Lösung nicht darin, es einmal funktionieren zu sehen, sondern dafür zu sorgen, dass der Versand dauerhaft und überprüfbar funktioniert.
Die häufigsten Ursachen
Hinter dem Ausbleiben der E-Mail steckt in der Regel eine oder mehrere der folgenden Ursachen:
- Der Hosting-Server blockiert den Mailversand: Viele Shared-Hosting-Anbieter schließen die ausgehenden SMTP-Ports (587/465) aus Sicherheitsgründen. In diesem Fall kann keine Verbindung zum externen Mailserver hergestellt werden und der Versand läuft in eine Zeitüberschreitung.
- Die Funktion PHP mail() funktioniert nicht: Wenn auf dem Server kein lokaler Maildienst konfiguriert ist, kann der Aufruf PHP mail() die E-Mail nicht zustellen, ohne einen Fehler zurückzugeben.
- Falsche SMTP-Einstellungen: Eine falsche Serveradresse, ein falscher Port, Benutzername oder ein falsches Passwort verhindern den Versand von vornherein.
- Fehlen der SPF/DKIM/DMARC-Einträge: Wenn die Authentifizierungseinträge der Domain fehlen oder fehlerhaft sind, können die empfangenden Mailserver die E-Mail als gefälscht einstufen, ablehnen oder in den Spam verschieben.
- Die E-Mail landet im Spam-Ordner: Die Nachricht wird zugestellt, landet aber statt im Posteingang im Spam; der Nutzer nimmt an, die E-Mail sei gar nicht angekommen.
- Falsche Empfängeradresse: Ein Tippfehler in der im Formular hinterlegten Empfängeradresse oder ein nicht mehr genutztes Postfach führt zum Verlust der Nachricht.
- Absenderadresse stimmt nicht mit der Domain überein: Wenn die E-Mail mit einer nicht zur Website gehörenden Absenderadresse ausgeht, können die empfangenden Server dies als verdächtig einstufen. Dass die Absenderadresse mit der Domain übereinstimmt, erhöht die Zustellzuverlässigkeit.
Das Problem richtig diagnostizieren
Bevor man zur Lösung übergeht, muss festgestellt werden, in welcher Phase die E-Mail verloren geht. Findet der Versand gar nicht statt, findet er statt, wird aber nicht zugestellt, oder wird sie zugestellt und landet im Spam? Der zuverlässigste Weg, dies zu verstehen, ist das Versand-Logging: Wenn das Ergebnis jeder Formularübermittlung und jedes E-Mail-Versuchs aufgezeichnet wird, hört der Fehlschlag auf, lautlos zu sein, und es wird sichtbar, wo er hängenbleibt.
Bei der Diagnose grenzen einige einfache Prüfungen die meisten Fälle ab. Der Spam- und Junk-Ordner der Empfängeradresse wird geprüft; ein Testversand an eine andere Empfängeradresse wird durchgeführt; die Fähigkeit des Servers, ausgehende Verbindungen herzustellen, wird geprüft. Wenn derselbe Versand sowohl an den Posteingang als auch an eine externe Adresse getestet wird, klärt sich, ob das Problem in der Reputation der Domain oder in der Serververbindung liegt. Versuche ohne Logging und diese Prüfungen tappen meist im Dunkeln und verschleiern die eigentliche Ursache.
Dauerhafte Lösung
Statt sich auf die eigene Mailinfrastruktur des Servers zu verlassen, ist es der gesündeste Ansatz, den Versand an einen zuverlässigen externen Dienst zu übergeben:
- Nutzung einer HTTP-basierten E-Mail-API: Transaktionale E-Mail-Dienste versenden die E-Mail statt über geschlossene SMTP-Ports über standardmäßiges HTTP/HTTPS. So wird die Port-Blockierung des Hostings vollständig umgangen und die Zustellzuverlässigkeit steigt.
- Domain-Authentifizierung: Die Einträge SPF, DKIM und DMARC werden korrekt konfiguriert; so wird die versendete E-Mail von den empfangenden Servern als vertrauenswürdig eingestuft und das Risiko, im Spam zu landen, verringert sich.
- Richtige Empfängeradresse und Antwortadresse: Das Postfach, in dem die Nachrichten ankommen sollen, wird eindeutig festgelegt; die E-Mail des Kunden wird in die Antwortadresse (reply-to) übernommen, um die direkte Rückmeldung zu erleichtern.
- Versand-Logging: Jeder Versand wird aufgezeichnet; wenn eine Nachricht nicht zugestellt werden kann, wird dies bemerkt und ohne Verzögerung eingegriffen.
Außerdem muss auch die Rückmeldung, die das Formular dem Nutzer gibt, so gestaltet sein, dass sie die Realität widerspiegelt. Wenn der E-Mail-Versand wirklich erfolgreich war, sollte eine Erfolgsmeldung angezeigt werden, bei einer Störung hingegen sollte der Nutzer auf einen alternativen Kontaktweg (Telefon oder direkte E-Mail-Adresse) hingewiesen werden. So bricht der Kontakt zum Kunden selbst im Moment eines technischen Problems nicht ab.
Die Aufgabe des Kontaktformulars ist nicht nur, eine Erfolgsmeldung auf den Bildschirm zu bringen, sondern die Nachricht tatsächlich an ihr Ziel zu bringen. Dass der Versand auf einem zuverlässigen Weg erfolgt, die Domain mit den richtigen Authentifizierungseinträgen unterstützt wird und jeder Versand geloggt wird, verhindert den Verlust von Kundennachrichten. So wird der Hinweis „gesendet” zur Gewähr, dass die Nachricht wirklich angekommen ist.
Verwandte Leistungen: Webdesign & Software, Software & PC-Anwendungen, Systemintegration
Leave a Reply